Carrera
Vom Vintage-Cal.-11/12 (1969-1985) über Cal. 1887 (Seiko-Modul) bis zum Heuer-02-Manufaktur-Säulenrad. Die Kern-Identität von TAG Heuer.
Wir sind autorisiertes TAG Heuer-Service-Center mit Hersteller-Zertifikat — mit Originalteilen, Säulenrad-Werkzeug für Heuer-01/02 und herstellerzertifizierten Uhrmachern. 24 Monate Garantie auf alle Arbeiten.
Eine Auswahl der TAG Heuer-Linien, für die wir besonders oft Service- und Reparatur-Aufträge bekommen.
Vom Vintage-Cal.-11/12 (1969-1985) über Cal. 1887 (Seiko-Modul) bis zum Heuer-02-Manufaktur-Säulenrad. Die Kern-Identität von TAG Heuer.
Original Cal. 11 mit linker Krone (Steve-McQueen-Le-Mans-1971), Cal. 12 Re-Issue, aktuelle Heuer-02. Quadratische Druckprüfung mit Spezial-Aufnahme.
Aquaracer 300m (Cal. 5/7), Professional 1000 mit Helium-Ventil, Calibre Heuer-02-Manufaktur-Tauchchronograph. Druckprüfung 30-100 Bar mit Drucksprung.
AUTomobile + AVIAtion. Vintage-Ref. 2446/1163 mit Cal. Valjoux 72/92 sind Sammler-Ikonen. Re-Edition seit 2017 mit Heuer-02-Manufaktur-Werk.
Niedrigschwellige TAG-Heuer-Erfahrung mit Renn-Identität. Quarz-Service mit Batterie-Wechsel, Mini-Chronograph-Modul-Wartung. Service alle 4-5 Jahre.
Integriertes mehrteiliges Stahlband mit S-förmiger Glieder-Form, elegante Drei-Zeiger-Optik. Federsteg-Sicherheit pro Glied bei jedem Service prüfen.
Die Geschichte beginnt 1860 in Saint-Imier im Schweizer Jura, als der 20-jährige Edouard Heuer in der Werkstatt seines Schwiegervaters die Manufaktur übernimmt. Heuer spezialisiert sich früh auf Stoppuhren und Chronographen — Bereiche, in denen die meisten Schweizer Konkurrenten damals keine Manufaktur-Tradition hatten. 1882 patentiert Edouard Heuer den „Chronographen mit oszillierender Welle”, ein Mechanismus, der noch heute in vielen Chronographen-Werken verwendet wird.
Die Verbindung zum Motorsport beginnt 1911, als Heuer den ersten Armaturenbrett-Chronographen für Autos entwickelt. 1916 folgt der Mikrograph, ein Stoppuhren-Mechanismus mit 1/100-Sekunden-Auflösung — die erste Stoppuhr dieser Genauigkeit weltweit. Heuer wird in der Folge offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele 1920, 1924 und 1928 (vor Omegas Übernahme dieser Rolle 1932).
1962 stellt Heuer mit der Autavia (Akronym für AUTomobile + AVIAtion) den ersten kommerziellen Renn-Chronographen mit drehbarer Lünette vor — eine Konstruktion, die viele spätere Renn-Chronographen prägen wird. 1963 folgt die Carrera, designed nach der Carrera Panamericana, einem mexikanischen Straßenrennen. Die Carrera ist seitdem ohne Unterbrechung im Programm und gilt als eine der formal saubersten Chronographen-Konstruktionen der Schweizer Uhrmacherei.
1969 präsentiert Heuer (zusammen mit Breitling, Hamilton-Buren und Dubois-Dépraz) das Cal. 11 Chrono-Matic — der erste industriell gebaute Automatik-Chronograph der Welt. Im selben Jahr kommt die Monaco mit Cal. 11 — die erste quadratische Wasserdichte Chronograph der Welt, später durch Steve McQueens Auftritt im Film „Le Mans” weltberühmt. Bis heute ist die Monaco eine ikonische Chronograph-Konstruktion.
1985 wird Heuer von der TAG Group (Techniques d’Avant-Garde) übernommen und heißt seitdem TAG Heuer. 1999 erfolgt die Übernahme durch den LVMH-Konzern. Das eigene Manufaktur-Profil wird in den 2000ern systematisch ausgebaut: Cal. 1887 (2010, mit Seiko-Kooperation), Cal. Heuer-01 und Cal. Heuer-02 (2015 / 2017, vollintegrierte Säulenrad-Chronographen), Cal. TH50 (Heritage-Tradition).
Wenige Schweizer Marken haben ihre Identität so eng mit dem Motorsport verschmolzen wie Heuer. Drei Heritage-Bögen prägen das Marken-Bewusstsein bis heute — und werden in der Werkstatt regelmäßig sichtbar, wenn Sammler ihre Modelle zur Revision bringen und die Hintergrund-Geschichte mit-erzählen wollen.
Der erste Bogen — Carrera Panamericana, 1953 bis 1954. Die Carrera-Panamericana war ein achttägiges Straßenrennen über knapp 3.300 Kilometer entlang der mexikanischen Hauptstraße — eines der gefährlichsten Auto-Rennen der Geschichte. Jack Heuer, Urenkel des Firmengründers Edouard, war damals 30 Jahre alt und entwickelte 1963 die Carrera-Linie als Hommage an dieses Rennen: einen Chronographen, der „im Cockpit schnell ablesbar” sein sollte — minimalistische Drei-Sub-Zifferblätter, klare Indices, Tachymeter-Skala innen statt auf der Lünette. Die erste Carrera Ref. 2447 mit Cal. Valjoux 72 ist heute Sammlerwert sechsstellig. Bei Vintage-Carrera 2447 / 2448 / 7753 erkennen wir das Original an Details — die Tachymeter-Skala-Schriftart wurde mehrfach modifiziert, das Plexi-Glas hat eine bestimmte Wölbungs-Charakteristik, die Krone ist Heuer-Bezugs-Krone aus den 1960ern. Bei der Werkstatt-Aufnahme dokumentieren wir diese Echtheits-Merkmale fotografisch, weil eine Vintage-Carrera mit nicht-Original-Komponenten im Sammlermarkt 30 bis 50 Prozent ihres Wertes verliert.
Der zweite Bogen — Steve McQueen, Le Mans, Monaco, 1971. Jo Siffert, Schweizer Formel-1-Rennfahrer der späten 1960er, war Heuer-Markenbotschafter — eine Zusammenarbeit, die heute oft übersehen wird. Auf seiner Empfehlung hin trug Steve McQueen während der Dreharbeiten zu „Le Mans” (1971) eine Heuer Monaco mit Cal. 11 — die quadratische Uhr mit linker Krone und blauem Zifferblatt. Die Filmszene auf der Strecke, in der McQueen die Uhr am Handgelenk trägt, hat die Monaco-Identität geprägt wie sonst kaum eine Werbe-Maßnahme einer Schweizer Marke. Bis heute ist „die Steve-McQueen-Monaco” der inoffizielle Sammlerbegriff für die Original-Monaco Cal. 11 Ref. 1133B mit blauem Zifferblatt. Sammler-Marktwerte liegen bei guten Original-Exemplaren im fünf- bis sechsstelligen Bereich; bei Service-Anlagen behandeln wir diese Modelle mit besonderer Vorsicht — fotografische Eingangs-Dokumentation, Kostenvoranschlag mit Service-Umfang vor jedem Eingriff, Original-Substanz erhalten wo immer möglich.
Der dritte Bogen — Niki Lauda, Ferrari, F1-Sponsoring. Niki Lauda trug während seiner aktiven F1-Karriere (1971 bis 1985) Heuer- bzw. ab 1985 TAG-Heuer-Modelle. Die Verbindung wurde Marketing-relevant nach Laudas Ferrari-Comeback 1976 und seinem berühmten Crash auf dem Nürburgring desselben Jahres — Lauda kehrte sechs Wochen nach dem Unfall zurück ins Cockpit und trug seine Heuer wie zuvor. Ab 1992 wurde TAG Heuer offizieller Zeitnehmer der Formel 1 — bis heute werden TAG-Heuer-Branding und Sub-Sponsorings bei mehreren F1-Teams geführt. Die Formula-1-Linie ist die direkte kommerzielle Brücke dieses Sponsoring-Engagements ins Verbraucher-Programm.
Olympia-Tradition vor Omega. Wenig bekannt: Heuer war offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele 1920 (Antwerpen), 1924 (Paris) und 1928 (Amsterdam) — vor Omegas Übernahme dieser Rolle 1932. Heuer baute damals den ersten Mikrograph mit 1/100-Sekunden-Auflösung, der die olympische Stoppuhren-Kultur überhaupt erst ermöglichte. Diese Olympia-Heritage ist im Sub-Modell Carrera Heritage und in der Mikrograph-Re-Edition (2011) zitiert worden, läuft heute aber im Marketing eher leise mit. Bei Sammlern ist die Olympia-Verbindung trotzdem präsent.
Die Heuer-01 und Heuer-02 sind TAG Heuers vollintegrierte Manufaktur-Chronographen, eingeführt 2015 / 2017. Im Gegensatz zu Cal. 1887 (Modul-basiert mit Seiko-Bauteilen) sind die Heuer-Caliber komplett Säulenrad-basiert und unterscheiden sich in der Service-Praxis deutlich von älteren Werken:
Die drei Linien Carrera, Monaco und Aquaracer decken den Großteil dessen ab, was bei uns aus dem TAG-Heuer-Programm auf dem Werktisch landet. Pro Linie sehen wir mehrere Werks-Generationen mit unterschiedlichem Service-Profil — was an einer Carrera Cal. 1887 zu tun ist, hat mit einer Carrera Heuer-02 nur noch den Namen gemeinsam.
Die ersten Automatik-Carreras laufen mit dem Buren-basierten Cal. 11 (1969–1971) bzw. Cal. 12 (1972–1985, modifizierter Aufzug). Charakteristisch: Mikrorotor, linke Krone (im Cal. 11), schiefes Datum bei 6 Uhr. Heute kommen diese Modelle vor allem zur Vintage-Aufarbeitung zu uns. Häufige Befunde: schwergängige Drücker durch ausgehärtetes Schaltrad-Fett, schiefe Tachymeter-Lünette nach jahrzehntelanger Reibung, vergilbte Plexi-Gläser, lockere Krone-Dichtung. Wir reinigen das Werk mehrstufig im Ultraschall, ersetzen Schaltrad-Federn nach Toleranz, justieren die Säulenrad-Kupplung am Mikroskop und lassen das Plexi auf Wunsch im Original. Ersatzteile aus dem geschlossenen Cal.-11/12-Markt — wir greifen primär auf Werks-Bestände und kuratierte Schweizer Lager zurück, weil moderne Repro-Teile in Toleranz-Geometrie selten passen. Die Kosten einer Vintage-Revision liegen oft höher als bei einer aktuellen Carrera, weil Werkzeit-Aufwand und Ersatzteil-Beschaffung den Materialpreis überlagern — der Sammlerwert rechtfertigt das in der Regel.
Das Cal. 1887 (2010–2015) ist eine TAG-Heuer-Modifikation eines Seiko-Module-Werks (TC78-Basis). In der Werkstatt-Praxis ist es eines der häufigsten Carrera-Werke überhaupt — robust, gut wartbar, mit konventioneller horizontaler Kupplung statt Säulenrad. Service-Charakteristika: das Schaltrad-System ist hebel-basiert, weniger sensibel als ein Säulenrad-System; die Drücker-Geometrie hat einen klar definierten Druckpunkt. Häufige Service-Auslöser sind Magnetisierung (im Alltag oft durch Tablet-/Laptop-Magnete), Wasserdichtigkeits-Verlust nach 4–6 Jahren und Tachymeter-Lünetten-Lockerheit. Bei der Revision lösen wir das Werk komplett, reinigen mehrstufig, schmieren mit Moebius-Spezialölen nach TAG-Heuer-Service-Spezifikation, justieren in 4 Lagen und prüfen Wasserdichtigkeit auf 3 Bar (Carrera Day-Date) oder 10 Bar (Carrera Sport).
Die Heuer-01 (2015) und Heuer-02 (2017) sind vollintegrierte Säulenrad-Chronographen aus eigener Manufaktur. Heuer-02T ist die Tourbillon-Variante. Service-Komplexität ist deutlich höher als bei Cal. 1887: das Säulenrad ist eng toleriert, Justage am Mikroskop Pflicht; die vertikale Kupplung reduziert Drücker-Hängeln, ist aber Schmierungs-sensibel; die 65 h (Heuer-01) bzw. 80 h (Heuer-02) Gangreserve setzen eine optimierte Zugfeder-Geometrie voraus, die bei Reinigung exakt eingehalten werden muss. Wir warten alle Heuer-01/02-Generationen mit den werks-spezifischen Werkzeugen — Schaltrad-Halter, Säulenrad-Justierhebel, Drehmoment-Schraubendreher in 0,1-Nm-Stufen. Der Service-Test läuft 7 Tage am Witschi-Prüfstand mit Lagenwechsel, weil Säulenrad-Werke in den ersten 48 h nach Zusammenbau Setzungsverhalten zeigen können.
Die Original-Monaco mit Cal. 11 (linke Krone) und Cal. 12 (rechte Krone, Re-Kalibrierung 1972) ist eine Sammler-Ikone — der „Steve-McQueen-Look” aus „Le Mans” (1971) hat den Marktwert auf fünf- bis sechsstellig getragen. Service-Spezifika: das quadratische Gehäuse erschwert die Druckprüfung (anders als runde Gehäuse, die rotierend in Aufnahme passen — quadratische brauchen passgenaue Adapter); die Plexi-Glas-Konstruktion mit gewölbter Außenseite ist nur als Werks-Original verfügbar; die Krone-Position links beim Cal. 11 erfordert spiegelverkehrte Zerlegung — Uhrmacher, die das nicht regelmäßig machen, brauchen länger. Bei einer Vintage-Monaco gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Original-Substanz hat Sammlerwert, jeder ersetzte Teil senkt ihn. Wir öffnen Cal. 11/12 nur bei klarem Service-Bedarf, dokumentieren jeden Eingriff fotografisch und liefern auf Wunsch das ausgebaute Originalteil mit zurück.
Die Re-Edition der Monaco verwendet ein Valjoux-7750-basiertes Werk (TAG-Heuer-Modifikation Cal. 12), Krone wieder rechts. In der Werkstatt-Praxis ist das eines der wartungsfreundlichsten Monaco-Werke — Valjoux 7750 ist seit 1973 in Produktion, Ersatzteile sind verfügbar, Werkzeuge sind Standard. Service-Charakteristika: das Cal.-12-Re-Issue-Werk hat eine modifizierte Tachymeter-Geometrie und einen schwächeren Aufzug als das Original-Valjoux, weil das Re-Issue-Gehäuse die Krone-Position einschränkt. Häufige Service-Auslöser: Drücker-Hängeln (Schaltrad-Reinigung), Wasserdichtigkeits-Verlust (Bodendichtung), gelegentlich gebrochener Stunden-Zähler-Hebel. Wir warten dieses Werk wie eine klassische Valjoux-Revision — mehrstufige Reinigung, neu Federhaus, Schmierung mit Werks-Spezifikation.
Die aktuelle Monaco mit Heuer-02-Manufaktur-Werk hat die Konstruktion von Grund auf modernisiert: 80 h Gangreserve, Säulenrad-Chronograph, vertikale Kupplung, neu konstruiertes quadratisches Gehäuse mit verbessertem Dichtungs-System. Service-Aufgaben sind ähnlich Carrera Heuer-02 (Säulenrad-Justage, vertikale Kupplung, 7-Tage-Test), aber mit dem zusätzlichen Aufwand der quadratischen Druckprüfung. Wir prüfen die Wasserdichtigkeit der Monaco Heuer-02 mit einem speziell angepassten Aufnahmehalter, der die Eckpartien gleichmäßig belastet — eine Standard-Rundaufnahme würde die Eckdichtungen einseitig belasten und ein falsches Ergebnis liefern.
Die Aquaracer 300m ist die meistverkaufte Tauchuhr im TAG-Heuer-Programm und in der Werkstatt entsprechend häufig vertreten. Werk: Cal. 5 oder Cal. 7 (ETA-2824-2- bzw. Sellita-SW200-basiert). Service-Charakteristika: 30-Bar-Druckprüfung Pflicht; Krone und Kronentube werden bei jeder Revision auf Verschleiß kontrolliert; Drehlünette mit Schaltrad-Mechanik wird zerlegt, gereinigt, neu gefettet — bei Salzwasser-Trägern oft mit Korrosionsspuren am Schaltrad-Sitz. Bei Cal.-7-Modellen prüfen wir zusätzlich das Datums-Schaltwerk auf vorzeitigen Verschleiß. Wir tauschen Boden- und Kronen-Dichtungen serienmäßig, prüfen statisch und dynamisch (1 Bar Drucksprung, wie TAG-Heuer-Service-Spezifikation), liefern das Prüfprotokoll mit Datum mit.
Die Aquaracer Professional 1000 ist auf 1.000 m Wasserdichtigkeit konstruiert, mit automatischem Helium-Auslassventil bei 9 Uhr (analog Sea-Dweller-Konstruktion). Service-Spezifika: Druckprüfung bis 100 Bar mit Helium-Aufschlag-Test; das Auslassventil wird zerlegt, Federdraht und O-Ring erneuert, der Schaltdruck unter realem Druckaufbau verifiziert. Wir prüfen jede Pro-1000 nach Service in zwei Stufen — erst statisch auf Hersteller-Druck, dann dynamisch mit Drucksprung — weil ein Gehäuse, das nur statisch hält, unter realen Tauchbewegungen versagen kann. Die Krone-Schutz-Konstruktion mit zwei Sicherheitsstegen wird gereinigt und neu justiert; gelockerte Sicherheitsstege sind die häufigste Wasserdichtigkeits-Schwachstelle.
Die Autavia (kombiniert aus AUTomobile + AVIAtion) ist seit 1962 im Programm und war Heuers erster kommerzieller Renn-Chronograph mit drehbarer Lünette. Vintage-Autavias der Generationen Ref. 2446 (1962–1969, mit Cal. Valjoux 72 / 92) und Ref. 1163 (1969–1979, mit dem damals neuen Cal. 11/12 Automatik-Chronographen) sind heute Sammler-Ikonen. Marktwerte bei guten Original-Exemplaren liegen vier- bis fünfstellig, bei seltenen Sub-Modellen auch sechsstellig. Vintage-Autavia-Service-Charakteristik: Cal. Valjoux 72 / 92 ist Spezialarbeit — Säulenrad-Justage am Mikroskop, Original-Schaltrad-Federn nur über Vintage-Bezugsnetz beschaffbar. Aktuelle Autavia-Re-Edition (2017/2019): moderne Wiederbelebung mit Heuer-02 als Werk, Service ist Manufaktur-Heuer-02-Standard.
Im Alltag von TAG-Heuer-Trägern sehen wir wiederkehrende Symptome, die je nach Modell-Linie auf spezifische Werkstatt-Eingriffe hindeuten.
Carrera (alle Generationen): Drücker-Hängeln nach 4–5 Jahren ist der häufigste Anlass — Schaltrad oder Säulenrad muss gereinigt und neu geschmiert werden, Drücker-Federn auf Toleranz geprüft. Tachymeter-Lünetten-Lockerheit deutet auf eine ausgehärtete Lünetten-Dichtung hin (Standard-Service). Magnetisierung ist bei Carrera-Trägern überdurchschnittlich häufig, weil das Modell oft im Beruf getragen wird (Tablet-Magnete, Lautsprecher) — wir entmagnetisieren auf einem Cal-Master-Demagnetisierer und prüfen die Ganggenauigkeit nach.
Monaco (Cal. 11/12, Re-Issue, Heuer-02): Bei der Vintage-Monaco ist Drücker-Hängeln der typische Erstindikator — meist ist das Schaltrad-Fett ausgehärtet. Wir öffnen Cal. 11/12 nur bei klarem Bedarf, weil jede Öffnung den Sammlerwert beeinflussen kann. Bei Re-Issue und Heuer-02 sind Wasserdichtigkeits-Verlust und Krone-Hängeln die häufigsten Anlässe — Boden- und Kronendichtung erneuern, Krone-Tube auf Verschleiß prüfen.
Aquaracer (300m, Pro 1000, Calibre Heuer-02): Wasserdichtigkeits-Verlust nach 4 Jahren ist Standard — Salzwasser-Träger oder häufige Sauna-Nutzung verkürzen das auf 2–3 Jahre. Drehlünetten-Schwergängigkeit ist ein typisches Salzwasser-Symptom (Schaltrad-Korrosion). Bei Pro 1000 ist gelegentlich das Helium-Ventil-Schaltgeräusch verändert — Indikator für O-Ring-Verschleiß, der unter Druck zu Helium-Verlust führen kann.
Generell: Magnetisierung (Gangabweichung +30 bis +60 s/Tag, plötzlich auftretend), Tickgeräusch verändert (Hemmung oder Ankerrad), Datum schaltet schwergängig (Datums-Schaltwerk verschmutzt), sichtbare Feuchtigkeitsspuren am Zifferblatt (akut: sofort öffnen, sonst Korrosionsschaden am Werk). Bei diesen Symptomen sollten Sie nicht warten — je früher der Eingriff, desto kleiner der Aufwand.
Vintage-Modelle (Cal. 11/12, frühe Cal. 1887, Heritage-Wiedereinführungen mit alten Werken) bekommen bei uns einen anderen Workflow als aktuelle Werke. Drei Prinzipien:
Original-Substanz erhalten. Eine Vintage-Monaco mit gealtertem Plexi-Glas, leicht patiniertem Zifferblatt und Original-Lünette ist im Sammlermarkt mehr wert als dieselbe Uhr mit allen Teilen neu. Wir tauschen nur, was funktional unverzichtbar ist — Federn, Hauptzugfeder, Dichtungen — und lassen Plexi, Zifferblatt, Zeiger und sichtbare Bauteile im Original, sofern technisch vertretbar.
So wenig öffnen wie möglich. Vintage-Werke (Cal. 11/12, frühe Buren-basierte Bauformen) reagieren auf Öffnungs-Zyklen empfindlich — bei jedem Öffnen besteht Risiko, kleine Federn oder Schraub-Halter zu verlieren. Wir öffnen nur bei klarem Service-Bedarf, dokumentieren jeden Schritt fotografisch und liefern auf Wunsch ausgebaute Originalteile mit zurück, falls sie ersetzt werden mussten.
Toleranz statt Optimum. Vintage-Werke laufen nach 40–50 Jahren oft bei +5 bis +10 s/Tag in Werks-Toleranz — das ist normal und bei Sammlern oft erwünscht. Eine Justage auf Chronometer-Toleranz (-4/+6 s/Tag) wäre möglich, würde aber die Reglage-Stellung ans Limit bringen und im Alltag schneller wieder driften. Wir justieren in originaler Werks-Toleranz und dokumentieren den 6-Lagen-Lauf am Witschi-Prüfstand mit, sodass der Sammler nachvollziehen kann, was sich in welcher Lage verhält.
Bei Vintage-TAG-Heuer-Modellen mit hohem Sammlerwert (Original-Monaco Cal. 11, frühe Carrera „Glassbox”-Modelle, Heuer-Autavia-Modelle vor 1985) klären wir vor jedem Eingriff den Service-Umfang ab und liefern den Kostenvoranschlag mit fotografierter Werks-Aufnahme — Sie sehen, in welchem Zustand wir die Uhr vorgefunden haben, bevor wir loslegen.
TAG Heuer empfiehlt offiziell eine Komplettrevision alle 4 bis 6 Jahre, kürzer als bei IWC oder Omega. Grund: viele TAG-Heuer-Modelle (Carrera, Monaco, Aquaracer) werden im sportlichen Alltag getragen, mit höherer Belastung der Chronograph-Schaltung und der Wasserdichtigkeit.
Anzeichen für sofortigen Service-Bedarf: Drücker-Hängeln (Säulenrad oder Schaltrad), Tachymeter-Lünette mit Drehspur-Lockerheit, Wasserdichtigkeits-Verlust nach Tauchgang oder Sprung, sichtbare Magnetisierung bei alltäglich getragenen Modellen.
Eine Auswahl der TAG Heuer-Manufakturwerke, die regelmäßig auf unserem Tisch landen.
Säulenrad-Justage am Mikroskop, vertikale Kupplung schmieren, Werks-spezifische Drehmoment-Verschraubung, 7-Tage-Test mit Lagenwechsel am Witschi-Prüfstand.
Tablet-Magnete, Lautsprecher, magnetische Verschlüsse — bei Carrera-Trägern überdurchschnittlich häufig. Demagnetisierung am Cal-Master, Ganggenauigkeits-Prüfung nach.
Cal. 11/12 Buren, Valjoux 72/92, Vintage-Carrera/Monaco/Autavia. Original-Substanz erhalten, NOS-Bezugsteile aus Schweizer Lagern, Plexi-Glas im Original.
Aquaracer 300m bei 30 Bar, Pro 1000 bei 100 Bar mit Helium-Aufschlag-Test. Statisch und dynamisch (1 Bar Drucksprung). Helium-Ventil zerlegt, Federdraht erneuert.
Sie geben Ihre TAG Heuer in unserem Online-Formular ein und erhalten ein versichertes Versandlabel per E-Mail.
Versichertes DHL-, UPS- oder FedEx-Label per E-Mail — drucken, aufkleben, abgeben. Bis 25.000 € versichert, Tracking inklusive.
Ankunft in Schramberg. Wir fotografieren, wiegen und legen Ihre Uhr im System an. Eingangsbestätigung per E-Mail.
Wir prüfen Ihre Uhr, dokumentieren den Werks-Zustand mit Fotos und identifizieren Service-Bedarf.
Sie erhalten einen verbindlichen, kostenlosen Kostenvoranschlag per E-Mail. Erst mit Ihrer Freigabe starten wir.
Komplette Werks-Demontage, Säulenrad-Justage am Mikroskop, Werks-Schmierung, 7-Tage-Lauftest, dann versicherter Rückversand.
Diskret gegenüber dem Endkunden, mit dokumentiertem Service-Protokoll und Marken-Autorisierungen wo erforderlich. Mehr zur Werkstatt-Partnerschaft auf der Über-uns-Seite.
Versichertes Versandlabel per Mail, transparenter Kostenvoranschlag, 24 Monate Garantie auf unsere Arbeit.